Der schönste Overkill der Welt: Nillson beim Reeperbahn Festival 2018

Danach ist die Luft, nicht zuletzt wegen der anstrengenden ersten zwei Festivaltage, merklich raus. Was gäbe es da für einen besseren Ort als den Resonanzraum im Uebel & Gefährlich-Bunker, der heute die Neue Meister-Labelnacht beheimatet? Ich lehne mich mit einem Glas Cabernet gemütlich im Sitz zurück und lausche dem überaus kraftvollen Band-Auftritt von John Metcalfe, der heute sein neues Werk „Absence“ zum ersten Mal einem Publikum präsentiert und dabei faszinierende Klangwelten zwischen dem sphärischen Post-Pop von Gregor Samsa, ambitionierter Neoklassik und cineastischem Bombast kreiert. Es folgt noch das Berliner Duo CEEYS – der Projektname beinhaltet die tragenden Instrumente Cello und Keys (also Klavier) – mit seinem wabernden, suggestiven Ambient-Sound, der von Wänden und ihrem Innenleben erzählt und überaus freundlich und offen moderiert wird. Ich kann heute sehr gut schlafen – und das ist alles andere als despektierlich gemeint.