Am 19. Oktober 2018, Freitag, 19 Uhr findet in der Krankenhauskirche im Wuhlgarten ein Konzert der Gruppe CEEYS unter dem Titel „WÆNDE“ statt.

„CEEYS sind die in Berlin geborenen und in Potsdam ansässigen Brüder Sebastian und Daniel Selke, ein preisgekröntes Cello-Piano-Duo, mit einer faszinierenden Mischung aus experimentellem aber zugänglichem Minimalismus, zwischen Avantgarde und Pop, der Elemente aus Jazz, Ambient und klassischer Kammermusik kombiniert.

„Aufgewachsen im letzten Jahrzehnt der ehemaligen DDR versuchen wir unsere Erinnerungen, Eindrücke und Gefühle dieser hybriden Zeit in unseren Veröffentlichungen zu verarbeiten.“ – CEEYS

Ihr Album und Fotografie-Projekt, „WÆNDE“ ist eine persönliche Erinnerung an ihre Kindheit in Europas größter Plattenbausiedlung Marzahn-Hellersdorf, Berlin, im Jahr 1989.“

Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

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Hier stellen sich die beiden Künstler aus Marzahn-Hellersdorf und ihr Projekt vor. https://www.facebook.com/CEEYSMusic/videos/1723972091023836/

„WÆNDE

Released 18 May '18

Their album and photography project, WÆNDE, is part of a personal reflection on their childhood and youth in the dreary landscape of Europe’s largest prefab estate Marzahn-Hellersdorf, Berlin, East Germany during the indistinct years in the 1980s to the 1990s:

“At least in the beginning, this building project was full of good intentions. But the 80s were the last decade of the communist-driven GDR and the endless grey blocks of cold concrete and steel now merely communicate an atmosphere of anonymity and oppression. Then again, this is where we had our daily lives with friends, school and holidays. And it was during this time when we started learning our instruments. After the ‘quiet’ revolution in 1989, the fall of the wall, and throughout the 90s, this area always kept an atmosphere of nervous departure and a vague feeling of melancholy. In order to pay equal respect to all the different aspects of this time, we decided to release our musical tribute as an anthology spread across the years to come. After the remembrance on our childhood during the 1980s, behind the iron curtain, with CONCRETE FIELDS, WÆNDE will be the next step following our impressions on the sudden demise of the wall in 1989, a year which brought so many changes. The project is dedicated to our dear parents Harald and Gabriele Selke and all their help, support and inspiration.” — CS

WÆNDE was written, performed and recorded by Sebastian and Daniel Selke at their very own Klingenthal Studio. Again, Martyn Heyne mixed and mastered the album at his beautiful Lichte Studio. The accompanying photographs by the brothers were taken with original cameras from the GDR era – assisted, digitalized and edited by photographer Anne Krausz. The single ZANZIBAR was released on April 13, 2018.

The album will be released in the form of a CD, limited LP and via Download on May 18, 2018 by Neue Meister.

Distributed worldwide through Edel:Kultur. CS is touring throughout 2018 and 2019.“
WÆNDE (Trailer)

Sebastian Selke (l.) und sein Bruder Daniel kuratieren regelmäßig Kosmoskonzerte und laden dafür Musiker aus aller Welt ein.
Sebastian Selke (l.) und sein Bruder Daniel kuratieren regelmäßig Kosmoskonzerte und laden dafür Musiker aus aller Welt ein. Quelle: Franz Gruenwald

Potsdam

Fast unbemerkt vom großen Publikum hat sich innerhalb des letzten Jahres eine alternative Konzertreihe in Potsdam etabliert. Die „Kosmoskonzerte“ im Kosmos, dem Veranstaltungssaal des Kreativhauses Rechenzentrum, bieten seit Oktober 2017 einen intimen Rahmen für überregionale und auch internationale Musiker und Bands.

 

Jubiläumskonzert am Montag im Haus Zwei des Freiland

Heute Abend ab 20 Uhr feiert die Reihe mit der mittlerweile elften Auflage ihren ersten Geburtstag. Gerade das Jubiläumskonzert findet wegen Umbauarbeiten allerdings diesmal nicht im Rechenzentrum statt, sondern im Haus Zwei auf dem Freilandgelände.

 

Eine Nische für experimentelle, überregionale Musik

Hinter der Konzertreihe stecken verschiedene Nutzer des Rechenzentrums und der Potsdamer Kulturlobby. „Wir wollen eine Lücke in der Potsdamer Livemusik-Szene schließen und wieder kleineren, experimentelleren Bands und Musikern die Gelegenheit geben, sich zu präsentieren“, sagt Elias Franke. Der Filmemacher gehört zum ehrenamtlichen Organisatorenkollektiv.

Anne Müller tritt am Montagabend zum ersten Geburtstag der Kosmoskonzerte auf
Anne Müller tritt am Montagabend zum ersten Geburtstag der Kosmoskonzerte auf. Quelle: privat

Auch der Montag als Wochentag mit wenigen kulturellen Angeboten wurde bewusst gewählt, um außerhalb großer Konkurrenz ein Publikum anzulocken. dazu gehört auch das Eintrittskonzept. Statt fester Preise wird eine Spende zwischen fünf und zehn Euro empfohlen.

 

Das Bruderpaar Selke lädt internationale Musiker an klassischen Instrumenten ein

Von Beginn ebenfalls dabei ist das Bruderpaar Sebastian und Daniel Selke, die einige der Kosmoskonzerte kuratiert haben und eine weitere Note in die Künstlerauswahl bringen. Die Berliner leben seit zwei Jahren in Potsdam. Wenn sie gemeinsam auf der Bühne sind, treten sie unter dem Namen Ceeys auf. Pianist Daniel arbeitet als Musiklehrer an der städtischen Musikschule, Sebastian ist Cellist im Babelsberger Filmorchester. Die von ihnen zusammengestellten Line-Ups speisen sich aus ihrem internationalen Netzwerk an Musikern mit klassischen Instrumenten.

Multiinstrumentalist Iván Muela gehört zum Netzwerk der Selke-Brüder in die Ambient- und Neoklassik-Szene
Multiinstrumentalist Iván Muela gehört zum Netzwerk der Selke-Brüder in die Ambient- und Neoklassik-Szene Quelle: privat

 

Der Hellersdorfer Plattenbau ist ihnen bis heute Inspiration

„Mit Violine oder Piano wird klassische Musik assoziiert, aber man kann so viel mehr damit machen“, sagt Daniel Selke. Unter den Begriffen Ambient und Neoklassik verbuchen sie ihre Auswahl. Auch sie selbst haben schon Rahmen des Kosmos gespielt. „Wir schlagen mit unserer Musik die Brücke zur Architektur“, erklärt Selke.

Der Hellersdorfer Plattenbau, in dem die Brüder groß wurden und in dem sie sich durch die hellhörigen Wände gegenseitig beim Proben hörten – und auch über die Zimmergrenzen hinweg miteinander spielten – ist eine ihrer prägenden Inspirationen.

Auch mit einem Ständchen dabei
Auch mit einem Ständchen dabei: Pianistin Marta Cascales Alimbau aus Spanien Quelle: privat

 

Am Montag spielen Musiker aus Spanien und Berlin zum Geburtstag

Zum Geburtstag haben sie drei junge Musiker ins Haus Zwei des Freiland geladen. Heute Abend spielen dort der Multiinstrumentalist Iván Muela und die Pianistin Marta Cascales Alimbau – beide aus Spanien, sowie die Berliner Cellistin Anne Müller.

Von Peter Degener